Die Union der Kompetenzen
Macht regelmäßige Weiterbildung und Umschulung in der ganzen EU zur Normalität. CAFÉ+ erprobt einen niederschwelligen Einstieg für Erwachsene, die selten teilnehmen.
Eine laufend aktualisierte Zusammenfassung dessen, was über Erwachsenenbildung an vertrauten Orten in der Community bekannt ist – Sprachcafés, Bibliotheken und Integrationszentren –, und der Forschung und EU-Politik, auf denen CAFÉ+ aufbaut. Wir ergänzen sie, sobald neue Studien und politische Initiativen erscheinen.
Die Union der Kompetenzen der Europäischen Kommission (2025) will regelmäßige Weiterbildung für alle zur Normalität machen. Doch 2022 nahmen nur 39,5 % der Erwachsenen in der EU an Lernaktivitäten teil – weit entfernt vom EU-Ziel von 60 % bis 2030.
Erwachsene mit geringer Qualifikation nehmen viel seltener teil: 2024 hatten 12,6 % von ihnen in den letzten 12 Monaten etwas gelernt, gegenüber 28,4 % aller Erwachsenen (Eurostat, Arbeitskräfteerhebung). Der Aktionsplan für Grundkompetenzen (2025) ergänzt, dass etwa jede fünfte Person im erwerbsfähigen Alter in der EU Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben hat.
Viele dieser Erwachsenen treffen sich schon jede Woche in Sprachcafés, Bibliotheken und Integrationszentren. Was fehlt, ist ein Weg, dieses vertraute, informelle Lernen in strukturierte Kompetenzentwicklung und anerkannte Nachweise zu verwandeln – ohne zu verlieren, was diese Orte ausmacht. CAFÉ+ wurde entwickelt, um diese Lücke zu schließen.
Wie die sechs Länder von CAFÉ+ bei drei für das Projekt wichtigen Indikatoren im Vergleich zum EU-Durchschnitt abschneiden. Aktuelle Eurostat-Daten, abgerufen im Oktober 2026.
% der 25- bis 64-Jährigen, die an Aus- oder Weiterbildung teilgenommen haben, 2024
Daten der Arbeitskräfteerhebung, ohne angeleitetes Lernen am Arbeitsplatz – daher niedriger als in der Erhebung über Erwachsenenbildung, die für das EU-Ziel von 60 % verwendet wird. Griechenland: Zeitreihenbruch.
% der 25- bis 64-Jährigen mit höchstens Sekundarstufe I, die in den letzten 12 Monaten gelernt haben, 2024
Finnland: geringe Zuverlässigkeit. Griechenland: Zeitreihenbruch.
% der 16- bis 74-Jährigen mit mindestens grundlegenden digitalen Kompetenzen insgesamt, 2025
Das Ziel stammt aus dem Politikprogramm für die digitale Dekade.
CAFÉ+ trägt zu den Prioritäten der EU für Erwachsenenbildung, Grundkompetenzen und die Anerkennung dessen bei, was Menschen außerhalb der formalen Bildung lernen. Neue politische Initiativen ergänzen wir hier, sobald sie beschlossen sind.
Macht regelmäßige Weiterbildung und Umschulung in der ganzen EU zur Normalität. CAFÉ+ erprobt einen niederschwelligen Einstieg für Erwachsene, die selten teilnehmen.
Reagiert auf den Rückgang der Grundkompetenzen bei jungen Menschen und Erwachsenen. Kompetenzcafés bauen im Gespräch sprachliche, digitale und überfachliche Kompetenzen auf.
Legt als Ziele fest, dass bis 2025 47 % und bis 2030 60 % der Erwachsenen an Lernaktivitäten teilnehmen. CAFÉ+ liefert Erkenntnisse dazu, wie man Erwachsene dort erreicht, wo sie schon sind.
Drei Schritte für Erwachsene mit geringen Kompetenzen: Bewertung der vorhandenen Kompetenzen, ein maßgeschneidertes Lernangebot sowie Validierung und Anerkennung. Das Kompetenzcafé bringt alle drei ins Sprachcafé.
Gemeinsame Standards, damit kurze Lernerfahrungen vertrauenswürdig sind und kombiniert und anerkannt werden können. Die zehn CF10-Microcredentials werden danach gestaltet.
Acht Schlüsselkompetenzen, darunter Mehrsprachenkompetenz sowie persönliche, soziale und Lernkompetenz – beide stehen im Mittelpunkt eines Kompetenzcafés.
Der in CAFÉ+ entwickelte CF10-Kompetenzrahmen geht von den Kompetenzen aus, die laut Weltwirtschaftsforum bis 2030 am wichtigsten werden, und verknüpft jede davon mit den Kompetenzrahmen der EU – damit das, was Erwachsene in einem Kompetenzcafé lernen, in ganz Europa anerkannt werden kann.
9 Kompetenzen – von Selbstregulierung und Empathie bis zu kritischem Denken und der Steuerung des eigenen Lernens.
21 digitale Kompetenzen in fünf Bereichen. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC) der EU hat im November 2025 die Version 3.0 veröffentlicht.
12 Nachhaltigkeitskompetenzen – von der Wertschätzung der Nachhaltigkeit bis zum Handeln dafür.
15 Kompetenzen, um Ideen in die Tat umzusetzen – im Beruf, in der Community und im Alltag.
CAFÉ+ beruht auf einer Bedarfsanalyse, die die Partner bei der Vorbereitung des Projekts durchgeführt haben: einer Umfrage unter 42 Praktiker:innen aus Sprachcafés in den sechs Ländern, nationalen Konsultationen mit Moderator:innen und Akteuren aus der Community, einer Auswertung nationaler Daten und Strategien zur Erwachsenenbildung sowie aktueller Forschung von OECD, Cedefop, Eurostat und Europäischer Kommission.
In vielen Ländern stagniert die Teilnahme an Erwachsenenbildung oder sinkt. Die Unterschiede zwischen Gruppen werden vor allem deshalb kleiner, weil Erwachsene, die früher am meisten an Weiterbildung teilnahmen, jetzt weniger teilnehmen – und nicht, weil mehr geringqualifizierte Erwachsene dazukommen.
OECD, Trends in Adult Learning, 2025 ↗Daten der EU-Arbeitskräfteerhebung für 2013–2022 zeigen, dass die Teilnahme vor allem durch berufsbezogene nichtformale Weiterbildung gewachsen ist. In Berufen mit geringen Qualifikationsanforderungen bleibt sie am niedrigsten, und die meisten Länder dürften den EU-Richtwert von 47 % für 2025 verfehlt haben.
Pemberton-Frings und Ilie, International Review of Education, 2026 ↗In der Bedarfsanalyse von CAFÉ+ sagten 38 von 42 Praktiker:innen, dass Erwachsene herkömmliche Kurse als schwer zugänglich, stigmatisierend oder unvereinbar mit Betreuungspflichten erleben, und 34 nannten Betreuungspflichten als Hürde, auf die kein bestehendes Angebot eingeht. Auch das Cedefop stellt fest, dass viele Erwachsene mit geringen Kompetenzen wenig Bedarf an Weiterbildung sehen, und fordert gezielte aufsuchende Angebote.
Cedefop, Skill development and employment pathways for adults with low skill levels, 2026 ↗Die OECD kommt zu dem Schluss: Um die Lücke bei Erwachsenen mit geringen Lese- und Rechenkompetenzen zu schließen, braucht es aktive aufsuchende Arbeit über Mittler, denen diese Erwachsenen vertrauen. Forschung zu Sprachcafés in Schweden zeigt, wie diese schon heute als soziale Treffpunkte für Inklusion und Sprachpraxis funktionieren.
OECD, Navigating Life with Low Literacy and Numeracy, 2026 ↗Die Bedarfsanalyse hat gezeigt, dass jedes Partnerland unterschiedlich weit ist und mit anderen Fragen zu tun hat. Jeder Partner bringt seinen nationalen Kontext, seine Expertise und frühere Projekte ein, auf denen CAFÉ+ aufbaut – und die Europäische Union setzt den gemeinsamen Rahmen.
Die EU will, dass bis 2030 jedes Jahr 60 % der Erwachsenen an Lernaktivitäten teilnehmen; 2022 waren es 39,5 %. Die Union der Kompetenzen und der Aktionsplan für Grundkompetenzen fordern flexible Wege, die Erwachsene dort erreichen, wo sie sind.
Grundlagen: Weiterbildungspfade, der europäische Ansatz für Microcredentials, LifeComp, DigComp, GreenComp und EntreComp
Österreich liegt über dem EU-Durchschnitt – 52,2 % der Erwachsenen nahmen 2022 an Lernaktivitäten teil –, strebt aber bis 2030 62 % an, und der Anteil der Erwachsenen mit geringer Lesekompetenz ist gestiegen. ACCELERAS koordiniert CAFÉ+ und bringt Netzwerke aus dem EU-Kompetenzpakt sowie Erfahrung in der Gestaltung digitalen Lernens ein.
Grundlagen: Erasmus+-Projekte wie BRIDGE und VETDESIGN
In Österreich können Erwachsene über das Bund-Länder-Programm Level Up – Erwachsenenbildung kostenlose Basisbildungskurse besuchen. INTERFACE Wien, ein gemeinnütziges Unternehmen der Stadt Wien, unterstützt rund 38.000 Menschen pro Jahr in 38 Sprachen.
Grundlagen: „Mama lernt Deutsch“ mit Kinderbetreuung und die Anlaufstelle StartWien
Nur 21,2 % der Erwachsenen in Tschechien nahmen 2022 an Lernaktivitäten teil – das nationale Ziel für 2030 liegt bei 45 %. Über das Nationale Qualifikationsregister können Erwachsene berufliche Kompetenzen zertifizieren lassen, egal wie sie diese erworben haben – ein Weg, an den CAFÉ+ anknüpfen kann.
Grundlagen: 27 Jahre Arbeit in der Community, das Festival Khamoro und der Kurs „Welcome to CZ“
Finnland hat unter den Ländern von CAFÉ+ die höchste Beteiligung (51,8 % im Jahr 2022), doch Erwachsene mit geringer Bildung nehmen weiterhin viel seltener teil: 38,7 % im Jahr 2024, gegenüber 62,9 % der Hochschulabsolvent:innen. Die Arbeitsvermittlung ist 2025 auf kommunale Beschäftigungsgebiete übergegangen.
Grundlagen: Café Lingua Helsinki und das nordisch-baltische Nordplus-Projekt Café Lingua
Mit 15,1 % der Erwachsenen, die 2022 an Lernaktivitäten teilnahmen, gehört Griechenland zu den Schlusslichtern in der EU. Ein Gesetz von 2024 hat Microcredentials eingeführt, doch viele der Maßnahmen sind noch nicht umgesetzt.
Grundlagen: 80+ EU-Projekte und gemeindenahe Angebote für psychische Gesundheit in ganz Griechenland
In Rumänien nahmen 2022 19,1 % der Erwachsenen an Lernaktivitäten teil – und 2024 nur 3,7 % der Erwachsenen mit geringer Qualifikation. Eine nationale Strategie für die Weiterbildung Erwachsener (2024–2030) soll eine Kultur des lebenslangen Lernens aufbauen.
Grundlagen: Erasmus+-Akkreditierung für die Erwachsenenbildung und Verbindungen zur Arbeitsagentur ANOFM
In Spanien nahmen 2022 34,1 % der Erwachsenen an Lernaktivitäten teil, aber nur 15,4 % der geringqualifizierten Erwachsenen. Erwachsene können durch Berufserfahrung erworbene Kompetenzen jetzt über ein Verfahren anerkennen lassen, das das ganze Jahr offen ist.
Grundlagen: Programme zur Beschäftigungsfähigkeit für Migrantinnen und langzeitarbeitslose Erwachsene in Fuenlabrada
Erwachsene kommen vielleicht jahrelang und erwerben echte Kompetenzen, aber nichts davon wird festgehalten oder anerkannt. Nur 1 der 42 befragten Praktiker:innen kannte einen validierten Weg zu einem Microcredential.
Nur 3 von 42 Praktiker:innen nutzten eine strukturierte Methode zur Kompetenzentwicklung. Die meisten improvisieren ihre Aktivitäten, ohne Bezug zu EU-Rahmenwerken.
81 % der Praktiker:innen nannten Betreuungspflichten als Hürde, auf die kein bestehendes Angebot eingeht, und viele Erwachsene meiden alles, was sich nach Schule anfühlt.
Es gibt keine kontrollierten, länderübergreifenden Erkenntnisse darüber, ob erweiterte Sprachcafés mehr Erwachsene in die Weiterbildung bringen – deshalb kann die Politik nicht mit ihnen planen.
Das Neueste aus dem Projekt sowie Studien und Berichte aus ganz Europa.
CAFÉ+ wurde für eine Kofinanzierung im Rahmen der Erasmus+-Ausschreibung für Europäische Politikexperimente ausgewählt. Das Projekt startet im Jänner 2027.
Ein neuer OECD-Bericht zeigt: Um die Lücke bei Erwachsenen mit geringen Lese- und Rechenkompetenzen zu schließen, braucht es aktive aufsuchende Arbeit über Personen und Organisationen, denen sie vertrauen.
Eine neue Cedefop-Studie über Wege zu Kompetenzen und Arbeit fordert gezielte aufsuchende Angebote für geringqualifizierte Erwachsene.
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